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Wenn jede Minute zählt - Forstrettungspunkte im Landkreis Schwäbisch Hall beschildert

Der Wald dient Erholungssuchenden als kühler und stiller Rückzugsort. Zugleich ist er Arbeitsplatz für
Forstunternehmer, Förster, Waldarbeiter und private Waldbesitzende. Kommt es in diesem Umfeld zu einem
medizinischen Notfall, erschweren die weitläufigen Strukturen und das Fehlen eindeutiger Orientierungspunkte
oftmals die präzise Beschreibung des Unfallortes. Zudem verhindern das dichte Blätterdach oder ungünstige
topografische Bedingungen, wie zum Beispiel die tief eingeschnittenen Klingen in den Seitentälern von Jagst
und Kocher, in vielen Fällen die genaue Ortung durch den Rettungsdienst.
Dabei ist besonders in unzugänglichem Gelände die schnelle Einleitung der Rettung notwendig, denn jede
verstrichene Minute kann über Leben, Gesundheit und die weitere Genesung entscheiden.
Um den eigenen Standort im Falle eines Notfalls unmissverständlich anzugeben und wiederzufinden, gibt es im
Landkreis Schwäbisch Hall insgesamt 129 Forstrettungspunkte. Hierbei handelt es sich um gut erreichbare, klar
definierte und an die Integrierte Leitstelle (ILS) gemeldete Punkte mit einer eindeutig zugeordneten Nummer. Um
sicherzustellen, dass diese Punkte auch vor Ort zuverlässig auffindbar sind, wurden die Rettungspunkte nun mit
Schildern nach bundeseinheitlichem Standard ausgerüstet.
„Mit diesem Schritt leisten wir einen im wahrsten Sinne des Wortes wegweisenden Beitrag, um eine schnelle
Hilfe bei Forstunfällen zu gewährleisten. Zudem freue ich mich sehr, dass wir die Beschilderung im kommunalen
Schulterschluss gemeinsam finanzieren und vor Ort umsetzen konnten. Deshalb an dieser Stelle mein
ausdrücklicher Dank an unsere Städte und Gemeinden!“, betont Landrat Gerhard Bauer.
Auch Fabian Löchner, Fachbereichsleiter im Kreisforstamt und verantwortlich für die Umsetzung der
Beschilderung, sieht es sehr positiv, dass eine Markierung vor Ort umgesetzt werden konnte: „Im Falle eines
schweren Forstunfalls stehen die Beteiligten zum Teil unter Schock. Gerade dann ist es sehr hilfreich, wenn
jemand, der an der Rettung beteiligt ist, auch zu 100 Prozent sicher sein kann, dass er an der richtigen Stelle auf
die Einsatzkräfte wartet. Ich habe das selbst schon erlebt und kann nur sagen, dass das ein sehr beruhigendes
Gefühl in dieser stressigen Situation war.“
Vorgehen im Falle eines Notfalls im Wald:
· Notrufnummer 112 wählen
· Nummer des nächstgelegen Rettungspunktes angeben (z.B. SHA-367)
· sich zum Rettungspunkt begeben und dort auf Rettungskräfte warten
· Rettungskräfte bei Bedarf vom Treffpunkt aus zum Verunfallten in den Wald lotsen
Der Landkreis Schwäbisch Hall und seine Nachbarlandkreise verfügen über ein dichtes Netz an
Rettungspunkten, die öffentlich einsehbar sind und von allen Bürgerinnen und Bürgern genutzt werden können.
Zu finden sind diese zum einen über die kostenfreie App „Hilfe im Wald“, bei der auch der eigene Standort mit
angezeigt wird. Zum anderen kann eine Übersichtskarte mit allen Rettungspunkten des Landkreises im
BürgerGIS-Portal (VertiGIS WebOffice BürgerGIS SHA) abgerufen werden. Das Kuratorium für Waldarbeit und
Forsttechnik e.V. (KWF) bietet auf seiner Homepage eine Übersicht über alle Rettungspunkte in Deutschland
(KWF - Rettungspunkte).
Bei Fragen rund um das Thema Rettungspunkte können sich Interessierte auch gerne an das Forstamt wenden.

Foto: Landratsamt
Foto: Landratsamt